Was sind Kellerasseln? Ein Steckbrief
Kellerasseln (Porcellio scaber und verwandte Arten) gehören zur Klasse der Krebstiere und sind damit keine Insekten, sondern näher mit Krabben und Garnelen verwandt als mit Käfern oder Ameisen. Mit ihrer grau-braunen, segmentierten Panzerhülle, ihren sieben Beinpaaren und den langen Fühlern sehen sie auf den ersten Blick bedrohlich aus – tatsächlich sind sie aber vollkommen harmlos für Mensch und Tier.
Kellerasseln werden zwischen 10 und 20 Millimeter lang, bevorzugen feuchte, dunkle Verstecke und ernähren sich überwiegend von verrottendem organischen Material: abgestorbene Blätter, morsches Holz und Kompostreste stehen auf ihrem Speiseplan. Sie sind nachtaktiv und halten sich tagsüber unter Steinen, Mulch, Holzstapeln oder in Kellerräumen auf.
Nützling oder Schädling? Die Wahrheit über Kellerasseln
Im Garten erfüllen Kellerasseln eine wichtige ökologische Funktion: Sie zerkleinern abgestorbenes Pflanzenmaterial und fördern so den natürlichen Abbau organischer Substanz. Dadurch tragen sie zur Bodenlockerung und Humusbildung bei. Wer also Kellerasseln im Komposthaufen oder unter einem Laubhaufen entdeckt, darf sich eigentlich freuen – die kleinen Helfer leisten wertvolle Gartenarbeit.
Problematisch werden Kellerasseln jedoch, wenn ihre Population stark anwächst. Dann fressen sie nicht mehr nur abgestorbene Pflanzenteile, sondern greifen auch frische Setzlinge, Jungpflanzen, Erdbeeren oder Salate an. Besonders im Gewächshaus oder in feuchten Hochbeeten kann starker Asselbefall echten Schaden anrichten.
Wann werden Kellerasseln zum Problem?
Massenvermehrungen von Kellerasseln treten vor allem unter folgenden Bedingungen auf:
- Anhaltend feuchte, regnerische Witterung über mehrere Wochen
- Übermäßige Bewässerung oder schlechte Drainage im Beet
- Großes Angebot an organischem Material (z.B. dicker Mulch, Laubansammlungen)
- Wenige natürliche Fressfeinde im Garten
- Risse und Spalten im Mauerwerk, die den Weg ins Haus öffnen
Feuchtigkeit als Hauptursache
Der wichtigste Faktor für Kellerasselbefall ist Feuchtigkeit. Kellerasseln atmen über kiemenartige Organe an der Unterseite ihres Körpers und sind deshalb auf eine feuchte Umgebung angewiesen. Trockene Bedingungen töten sie innerhalb kurzer Zeit. Wer also dauerhaft nasse Stellen im Garten, undichte Dachrinnen, feuchte Kellerwände oder übermäßig bewässerte Beete hat, schafft optimale Lebensbedingungen für Kellerasseln.
Besonders gefährdet sind Bereiche, die selten austrocknen: unter Steinen und Platten, hinter Holzbrettern, unter dicht liegendem Mulch oder in schlecht belüfteten Ecken des Gewächshauses. Schon kleine Maßnahmen zur Verbesserung der Belüftung und Drainage können die Asselzahl deutlich reduzieren.
Natürliche Regulierung: Igel, Vögel und Co.
Bevor man zur chemischen Keule greift, lohnt es sich, die natürlichen Feinde der Kellerasse zu stärken. Eine ganze Reihe von Tieren steht gerne Asseln auf dem Speiseplan:
- Igel: Igel sind eine der effektivsten natürlichen Kontrollen. Wer Igel im Garten willkommen heißt – z.B. mit einem Igelhaus und einem Loch im Zaun – der profitiert von ihrer Asseljagd.
- Vögel: Amseln, Rotkehlchen und Drosseln durchsuchen den Boden gezielt nach Asseln. Ein vogelfreundlicher Garten mit Hecken und Nistkästen hilft.
- Laufkäfer: Diese räuberischen Käfer sind nacht- und bodenaktiv und fressen Asseln und deren Eier. Nützlingsförderung durch Totholzhaufen und Wildblumenstreifen zahlt sich aus.
- Kröten und Frösche: Amphibien lieben Asseln als Beute. Ein kleiner Gartenteich kann die Amphibienpopulation fördern.
Wer natürliche Feinde im Garten hat, wird feststellen, dass sich die Asselzahl von selbst in Grenzen hält – ganz ohne eigenes Zutun.
Kellerasseln bekämpfen: Mechanische Methoden und Fallen
Wenn die Asselzahl trotzdem zu hoch wird, gibt es verschiedene Möglichkeiten, sie gezielt zu reduzieren:
Mechanische Methoden
- Verstecke entfernen: Holzstapel, Steine, Mulchschichten und Laubansammlungen in der Nähe von Beeten reduzieren – damit fallen die bevorzugten Tagesverstecke weg.
- Absammeln: Abends oder nachts mit einer Taschenlampe in den Garten gehen und Asseln von Hand absammeln – effektiv, wenn man konsequent bleibt.
- Barrieren: Beete mit feinem Sand oder Kalk umgeben – Kellerasseln meiden trockene, scharfkantige Oberflächen.
Fallen selbst bauen
Eine einfache und wirkungsvolle Methode: eine aufgeschnittene Kartoffel oder ein feuchtes Brett abends in die Nähe des Befalls legen. Asseln sammeln sich darunter und können morgens zusammengefegt und entsorgt werden. Diesen Vorgang täglich wiederholen, bis der Befall nachlässt.
Hausmittel gegen Kellerasseln
Verschiedene Hausmittel haben sich als wirksam erwiesen, ohne der Umwelt zu schaden:
- Kaffeesatz: Um Beete gestreut, soll Kaffeesatz Asseln abschrecken – die Wirkung ist begrenzt, aber einen Versuch wert.
- Zedernholz-Chips: Der Duft von Zedernholz soll Kellerasseln fernhalten. Als Mulchalternative einsetzbar.
- Kalk oder Asche: Rund um Pflanzen gestreut, schafft eine trockene, für Asseln unangenehme Zone.
- Knoblauchsud: Aufgekochter Knoblauch in Wasser, abgekühlt und auf befallene Stellen gesprüht – riecht streng, soll Asseln vertreiben.
Chemische Mittel (z.B. Insektizide) sollten als letztes Mittel betrachtet werden – sie schaden auch Nützlingen und sind für normale Asselmengen im Garten kaum notwendig.
Kellerasseln im Haus: Was tun?
Wenn Kellerasseln ins Haus gelangen, ist das meist ein Hinweis auf Feuchtigkeit im Gebäude. Sie kommen durch Risse in Fundamenten, undichte Fensterrahmen oder Abflussrohre. Im Haus überleben sie nur in feuchten Bereichen – Keller, Badezimmer oder Waschküche.
Empfohlene Maßnahmen im Haus:
- Eintrittsstellen abdichten (Silikon, Dichtungsband)
- Feuchtigkeitsquellen im Keller beseitigen (Lüftung verbessern, undichte Rohre reparieren)
- Asseln im Haus einfach aufsammeln und nach draußen setzen – sie richten keinen Schaden an
- Keine Nahrungsquellen anbieten: Feuchte Kartons, morsches Holz oder Kompostbehälter nicht im Keller lagern
Vorbeugende Maßnahmen gegen Kellerasselbefall
Wer vorbeugend handelt, hat selten ernsthafte Probleme mit Kellerasseln:
- Beete gut drainieren und nicht überwässern
- Mulch nicht zu dick auftragen (max. 5 cm) und gelegentlich auflockern
- Holzstapel und Steine auf Abstand von Gemüsebeeten halten
- Regelmäßig Verstecke kontrollieren und bei Bedarf entfernen
- Natürliche Fressfeinde aktiv fördern
- Risse und Spalten im Haus zeitnah abdichten
FAQ: Häufige Fragen zu Kellerasseln
Sind Kellerasseln gefährlich für den Menschen?
Nein, Kellerasseln sind vollkommen harmlos. Sie beißen nicht, stechen nicht und übertragen keine Krankheiten. Wer sie mit bloßen Händen anfasst, läuft keinerlei Risiko.
Sind Kellerasseln gut für den Kompost?
Ja, unbedingt. Im Komposthaufen leisten Kellerasseln wertvolle Arbeit: Sie zerkleinern organisches Material und beschleunigen den Rotteprozess. Im Kompost sind sie ausdrücklich willkommen.
Warum kommen Kellerasseln ins Haus?
Kellerasseln suchen Feuchtigkeit und Wärme. Ins Haus gelangen sie durch Risse, Spalten oder undichte Stellen – meist ist das ein Zeichen für Feuchtigkeit im Fundament oder Keller, die beseitigt werden sollte.
Wie erkenne ich einen starken Asselbefall im Garten?
Ein starker Befall zeigt sich durch angenagerte Jungpflanzen, Löcher in Erdbeeren oder Salaten sowie durch große Mengen Asseln, die beim Umdrehen von Steinen oder Holzplatten sichtbar werden. Einzelne Asseln sind hingegen kein Problem.
Helfen chemische Mittel gegen Kellerasseln?
Es gibt Mittel auf Basis von Metaldehyd oder Pyrethrum, die wirken – jedoch töten diese oft auch nützliche Bodentiere. Im Garten ist der Einsatz chemischer Mittel gegen Kellerasseln fast nie notwendig und sollte vermieden werden.
Können Kellerasseln meine Ernte ruinieren?
Bei normalem Vorkommen: nein. Nur bei extremer Massenvermehrung kann es zu merklichem Fraß an Jungpflanzen oder weichschaligen Früchten kommen. Schon einfache mechanische Maßnahmen reichen meist aus, um die Ernte zu schützen.
Fazit: Kellerasseln gelassen begegnen
Kellerasseln sind keine Feinde des Gartens – sie sind ein Zeichen für ein lebendiges, gesundes Bodenökosystem. Wer ihre Zahl im Blick behält und bei echtem Befall auf mechanische Methoden, Fallen und natürliche Regulierung setzt, kommt problemlos ohne chemische Mittel aus. Der beste Schutz bleibt ohnehin die Vorbeugung: Feuchtigkeit reduzieren, Verstecke beseitigen, natürliche Fressfeinde fördern. So bleibt der Garten im Gleichgewicht – und die Kellerasse dort, wo sie hingehört: im Kompost und unter dem Laubhaufen.

