Farne pflanzen und pflegen: Die schönsten Farnarten für Garten und Wohnung

Farne pflanzen und pflegen: Die schönsten Farnarten für Garten und Wohnung

Farne gehören zu den ältesten Pflanzen der Erde und bereichern jeden Garten sowie jedes Wohnzimmer mit ihrem üppigen, tiefgrünen Blattwerk. Ob als majestätische Gartenpflanze im schattigen Beet oder als elegante Zimmerpflanze auf dem Fensterbrett – Farne versprühen eine ganz eigene, fast mystische Atmosphäre. In diesem Ratgeber stellen wir Ihnen die schönsten Farnarten vor, erklären, worauf es beim Standort und der Pflege ankommt, und zeigen, wie Sie Farne erfolgreich vermehren und durch den Winter bringen.

Farnarten für den Garten

Im Garten entfalten Farne ihre ganze Schönheit vor allem an schattigen und halbschattigen Standorten. Sie sind ideale Begleiter für Gehölze, Rhododendren und andere Schattenpflanzen. Folgende Arten sind besonders beliebt und robust:

Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)

Der Wurmfarn ist einer der bekanntesten heimischen Farne und gilt als ausgesprochen pflegeleicht. Er bildet elegante, trichterförmige Rosetten aus gefiederten Wedeln, die bis zu einem Meter hoch werden können. Der Wurmfarn ist halbimmergrün, verträgt Trockenheit besser als viele andere Farnarten und eignet sich hervorragend als Bodendecker unter Bäumen. Er wächst in nahezu jedem humusreichen Gartenboden und ist winterhart bis Zone 4.

Frauenfarn (Athyrium filix-femina)

Der Frauenfarn besticht durch seine zierlichen, fein gefiederten Wedel und seine leuchtend grüne Farbe. Er bevorzugt feuchte, humusreiche Böden und wächst am liebsten an geschützten, schattigen Plätzen. Mit einer Wuchshöhe von 60 bis 90 Zentimetern ist er eine elegante Wahl für den Schattengarten. Besonders attraktiv sind die vielen Kultivare mit rötlichen oder silbrigen Wedeln, wie etwa ‚Lady in Red‘ oder ‚Ghost‘.

Straußenfarn (Matteuccia struthiopteris)

Der Straußenfarn ist der Hingucker unter den Gartenernen. Seine aufrecht wachsenden, trichterförmigen Wedel können bis zu 1,5 Meter Höhe erreichen und erinnern in ihrer Form an Straußenfedern – daher auch sein Name. Im Herbst bildet er dekorative, dunkelbraune Sporenwedel, die als Trockensträuße verwendet werden können. Der Straußenfarn breitet sich über unterirdische Ausläufer aus und eignet sich ideal zur Bepflanzung feuchter Uferbereiche und Bachränder.

Adlerfarn (Pteridium aquilinum)

Der Adlerfarn ist einer der am weitesten verbreiteten Farne weltweit und kann in der richtigen Umgebung eine beeindruckende Wildheit entfalten. Er breitet sich aggressiv über unterirdische Rhizome aus und sollte daher nur in größeren, naturnahen Gärten oder mit Rhizomsperre gepflanzt werden. Seine großen, dreieckig gefiederten Wedel werden bis zu zwei Meter hoch und bieten einen wirkungsvollen Sichtschutz. Als Wildpflanze ist er äußerst anpassungsfähig und wächst auch auf sauren, nährstoffarmen Böden.

Farne als Zimmerpflanze

Viele tropische und subtropische Farnarten gedeihen hervorragend als Zimmerpflanzen. Sie bringen Frische und ein tropisches Flair in Wohnräume und reinigen nebenbei die Luft. Die wichtigste Voraussetzung ist ausreichend Feuchtigkeit – sowohl im Boden als auch in der Luft.

Schwertfarn (Nephrolepis exaltata)

Der Schwertfarn, auch Boston-Farn genannt, ist die wohl beliebteste Zimmerfarnart. Seine langen, überhängenden Wedel machen ihn zur idealen Hängepflanze. Er benötigt helles, indirektes Licht, regelmäßiges Gießen und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Besonders dekorativ sind die gefiederten Kultivare wie ‚Bostoniensis‘ oder ‚Fluffy Ruffles‘.

Maidenhaarfarn (Adiantum raddianum)

Der Maidenhaarfarn ist mit seinen zarten, fächerförmigen Fiederblättchen auf schwarzen Stielen eine der elegantesten Zimmerpflanzen überhaupt. Er ist jedoch anspruchsvoller als andere Farne: Er braucht hohe Luftfeuchtigkeit, gleichmäßige Feuchtigkeit im Boden und keinen direkten Sonnenschein. Ideal gedeiht er im Badezimmer oder über einem Kiesbett mit Wasser. Bei guter Pflege kann er mehrere Jahrzehnte alt werden.

Standort: Schatten und Feuchtigkeit als Schlüssel zum Erfolg

Die meisten Farne haben sehr ähnliche Ansprüche an ihren Standort. Folgende Punkte sind entscheidend:

  • Licht: Farne bevorzugen Halbschatten bis tiefen Schatten. Direktes Mittagssonnenlicht verträgt kaum eine Art und führt zu verbrannten Wedeln.
  • Boden: Humusreicher, gleichmäßig feuchter, aber gut durchlässiger Boden ist ideal. Staunässe sollte vermieden werden.
  • Feuchtigkeit: Sowohl Bodenfeuchtigkeit als auch Luftfeuchtigkeit sind wichtig, besonders bei Zimmerpflanzen. Regelmäßiges Besprühen der Wedel hilft.
  • Wind: Geschützte Standorte sind bevorzugt, da starker Wind die empfindlichen Wedel austrocknet und beschädigt.

Pflanzung von Farnen

Die beste Pflanzzeit für Gartenfarne ist das Frühjahr oder der frühe Herbst. So haben die Pflanzen genügend Zeit, sich vor Frost oder Sommerhitze zu etablieren. Beim Einpflanzen sollten folgende Schritte beachtet werden:

  • Pflanzloch doppelt so groß wie der Wurzelballen ausheben.
  • Den Aushub mit reichlich Kompost oder Lauberde anreichern.
  • Den Farn einsetzen und gut andrücken, dabei auf die richtige Pflanztiefe achten (Wurzelkrone bündig mit Bodenoberfläche).
  • Gut angießen und die Fläche mit Rindenmulch oder Laubkompost mulchen, um Feuchtigkeit zu speichern.
  • In den ersten Wochen regelmäßig gießen, bis die Pflanze eingewurzelt ist.

Pflege von Farnen im Überblick

Farne sind grundsätzlich pflegeleichte Pflanzen, wenn der Standort stimmt. Die wichtigsten Pflegemaßnahmen auf einen Blick:

  • Gießen: Gleichmäßig feucht halten, aber keine Staunässe. In Trockenperioden regelmäßig wässern.
  • Düngen: Im Frühjahr eine Gabe Langzeitdünger oder gut verrotteter Kompost reicht für die gesamte Saison.
  • Zurückschneiden: Abgestorbene oder hässliche Wedel können im Frühjahr bodennah entfernt werden. Viele Arten sind halbimmergrün und behalten ihre Wedel bis zum Winter.
  • Mulchen: Eine Schicht Laubkompost oder Rindenmulch hält den Boden feucht und liefert gleichzeitig Nährstoffe.

Vermehrung durch Teilung und Sporen

Vermehrung durch Teilung

Die einfachste Methode, Farne zu vermehren, ist die Teilung größerer Horste. Dies erfolgt am besten im Frühjahr, wenn der neue Austrieb beginnt. Den Farn vorsichtig ausgraben, mit einem scharfen Spaten oder Messer in mehrere Teile teilen und sofort an den neuen Standorten einpflanzen. Die Teilstücke gut angießen und in den ersten Wochen gleichmäßig feucht halten.

Vermehrung durch Sporen

Die Vermehrung durch Sporen ist aufwendiger, aber faszinierend. Reife Sporenpakete (Sori) auf der Rückseite der Wedel können abgestrichen und auf feuchter, steriler Aussaaterde ausgesät werden. Die Schale mit Folie abdecken und an einem hellen, warmen Platz (18–22 °C) aufstellen. Nach einigen Wochen bilden sich grüne, herzförmige Prothallien, aus denen nach der Befruchtung junge Farnpflanzen heranwachsen. Dieser Prozess dauert mehrere Monate und erfordert Geduld.

Überwinterung von Farnen

Die meisten heimischen Gartenfarne sind vollkommen winterhart und benötigen keinen besonderen Schutz. Ein leichter Laubschutz auf der Wurzelzone schadet jedoch nie. Zimmerfearne sollten im Winter nicht unter 10 °C kühlen und besonders sparsam gegossen werden, da ihr Stoffwechsel in der kühleren Jahreszeit verlangsamt ist. Eine höhere Luftfeuchtigkeit ist dennoch wichtig, da Heizungsluft die Wedel austrocknet.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welcher Farn eignet sich am besten für einen dunklen Gartenbereich?

Der Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) und der Straußenfarn (Matteuccia struthiopteris) sind besonders schattenverträglich und gedeihen auch in sehr dunklen Gartenbereichen problemlos. Beide sind robust, winterhart und pflegeleicht.

Wie oft muss ich meinen Zimmerfarn gießen?

Zimmerfarne sollten regelmäßig gegossen werden, sodass die Erde stets leicht feucht ist, aber nie in Staunässe steht. Im Sommer bedeutet das je nach Temperatur alle zwei bis drei Tage, im Winter etwas seltener. Zusätzlich ist regelmäßiges Besprühen der Wedel mit kalkarmem Wasser empfehlenswert.

Warum werden die Wedel meines Farns braun und trocken?

Braune und trockene Wedel sind meist ein Zeichen von zu trockener Luft, Staunässe, zu viel direktem Sonnenlicht oder Kalküberschuss im Gießwasser. Bei Zimmerpflanzen hilft es, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, zum Beispiel durch ein Kiesbett mit Wasser oder regelmäßiges Besprühen. Außerdem sollte kalkarmes oder gefiltertes Wasser verwendet werden.

Kann ich Farne im Topf auf dem Balkon halten?

Ja, viele Farnarten gedeihen auch im Topf auf dem Balkon, solange der Standort schattig oder halbschattig ist. Achten Sie auf einen ausreichend großen Topf mit Drainage, regelmäßiges Gießen und ggf. einen Winterschutz für weniger frosttolerante Arten.

Vertragen sich Farne mit anderen Schattenpflanzen?

Ja, Farne sind ideale Begleiter für viele andere Schattenpflanzen. Besonders harmonisch wirken sie neben Hostas (Funkien), Astilben, Haselwurz, Waldsteinie oder Elfenblumen. Gemeinsam bilden sie einen dichten, pflegeleichten Teppich aus unterschiedlichen Blattstrukturen und -farben.

Wie erkenne ich, ob mein Farn Sporen trägt, und was mache ich damit?

Reife Sporen sind auf der Rückseite der Wedel als kleine, oft braune oder orangefarbene Häufchen (Sori) zu erkennen. Wenn Sie diese zur Vermehrung nutzen möchten, schneiden Sie einen Wedel ab, legen ihn auf weißes Papier und lassen die Sporen trocknen und abfallen. Anschließend können die Sporen auf sterile, feuchte Aussaaterde gesät und wie beschrieben weiterkultiviert werden.

Fazit

Farne sind wahre Alleskönner im Garten und in der Wohnung. Mit ihrer großen Artenvielfalt lässt sich für nahezu jeden Standort die passende Art finden – vom robusten Wurmfarn im dunklen Waldbeet bis zum zierlichen Maidenhaarfarn im feuchten Badezimmer. Wer einmal den Zauber dieser urzeitlichen Pflanzen entdeckt hat, kommt nicht mehr davon los. Mit dem richtigen Standort, ausreichend Feuchtigkeit und ein wenig Pflege werden Farne zum grünen Herzstück jedes Schattengartens und jeder Wohnung – und das über viele Jahre hinweg.