Was sind immergrüne Pflanzen?
Immergrüne Pflanzen behalten ihr Laub das ganze Jahr über – auch im Winter verlieren sie ihre Blätter oder Nadeln nicht. Das macht sie zu wertvollen Elementen in jedem Garten, denn sie sorgen selbst in den kältesten Monaten für Struktur, Farbe und Lebendigkeit. Im Gegensatz zu laubabwerfenden Gehölzen bieten sie ganzjährig Sichtschutz, dienen als Windschutz und strukturieren Gartenräume dauerhaft. Für Hobbygärtner sind sie eine dankbare Wahl, da sie pflegeleicht sind und das Gartenbild das ganze Jahr über bereichern.
Beliebte immergrüne Pflanzen für den Garten
Die Auswahl an immergrünen Gehölzen ist groß. Je nach Standort, Platzbedarf und gewünschtem Effekt eignen sich unterschiedliche Arten besonders gut.
Buchsbaum (Buxus sempervirens)
Der Buchsbaum ist wohl der bekannteste immergrüne Strauch in deutschen Gärten. Er lässt sich hervorragend schneiden und in Form bringen – sei es als Kugel, Kegel oder als niedrige Einfassung von Beeten. Buchsbaum liebt halbschattige bis sonnige Standorte und ist gut winterhart. Wichtig: Der Buchsbaumzünsler hat in den letzten Jahren viele Bestände befallen. Regelmäßige Kontrollen und resistente Sorten helfen, Schäden zu minimieren.
Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)
Kirschlorbeer ist eine der am häufigsten verwendeten immergrünen Heckenpflanzen. Er wächst schnell, bildet dichte Wände und eignet sich ideal als Sichtschutz. Die großen, glänzenden Blätter sind dekorativ, und im Frühling trägt die Pflanze weiße Blütentrauben. Kirschlorbeer verträgt Schatten gut, was ihn für viele Gartensituationen flexibel einsetzbar macht. Er ist robust und weitgehend pflegeleicht.
Eibe (Taxus baccata)
Die Eibe gehört zu den langlebigsten und vielseitigsten immergrünen Gehölzen. Sie verträgt sowohl Sonne als auch tiefen Schatten und lässt sich gut schneiden. Als Heckenpflanze bildet sie dichte, undurchdringliche Wände. Im Herbst schmückt sie sich mit roten Beeren – Achtung: alle Teile der Pflanze außer dem roten Fruchtfleisch sind giftig. Für Gärten mit Kindern und Haustieren sollte man das bedenken.
Ilex (Stechpalme)
Ilex, auch Stechpalme genannt, ist mit seinen stachligen, glänzenden Blättern und den leuchtend roten Beeren im Winter ein echter Hingucker. Es gibt sowohl Sträucher als auch kleine Bäume in dieser Gattung. Ilex eignet sich als Einzelpflanze, Heckenpflanze oder Kübelbepflanzung. Die Pflanze ist winterhart und anpassungsfähig, bevorzugt aber humosen, leicht sauren Boden.
Rhododendron
Rhododendren sind für ihre spektakuläre Blüte bekannt, doch auch außerhalb der Blütezeit bieten sie mit ihrem dunklen, ledrigen Laub optische Qualitäten. Sie bevorzugen saure, humusreiche Böden und halbschattige Standorte unter lichten Gehölzen. Rhododendren eignen sich gut als Unterpflanzung unter Bäumen oder als Sichtschutz in naturnahen Gartenbereichen.
Mahonie (Mahonia aquifolium)
Die Mahonie ist ein robuster, pflegeleichter Strauch mit stachligen, glänzenden Blättern, die sich im Winter oft rötlich verfärben. Im Frühjahr trägt sie gelbe Blütentrauben, im Sommer blaue Beeren. Sie verträgt Schatten sehr gut und ist ideal für schwierige Standorte unter Bäumen. Mahonien sind ausgesprochen winterhart und anspruchslos.
Den richtigen Standort wählen
Immergrüne Pflanzen haben unterschiedliche Standortansprüche. Während Kirschlorbeer und Eibe auch im Schatten gedeihen, benötigen Rhododendren sauren Boden und halbschattige Plätze. Buchsbaum und Ilex bevorzugen sonnige bis halbschattige Lagen. Generell gilt: Ein gut durchlässiger, nährstoffreicher Boden ist für die meisten immergrünen Gehölze von Vorteil. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, da sie Wurzelfäule begünstigt. Vor dem Pflanzen empfiehlt es sich, den Boden mit Kompost anzureichern und bei schweren Lehmböden für eine Drainageschicht zu sorgen.
Pflanzung: Herbst und Frühjahr als beste Zeiten
Die idealen Pflanzzeiten für immergrüne Gehölze sind der Herbst (September bis November) und das Frühjahr (März bis Mai). Im Herbst hat die Pflanze Zeit, vor dem Winter Wurzeln zu bilden, ohne gleichzeitig in vollem Wachstum zu stehen. Im Frühjahr profitieren frisch gepflanzte Gehölze von steigenden Temperaturen und regelmäßigem Regen.
- Pflanzloch mindestens doppelt so breit wie der Wurzelballen ausheben
- Boden mit reifem Kompost anreichern
- Pflanze so tief einsetzen, dass die Oberkante des Ballens mit der Bodenoberfläche abschließt
- Gut andrücken und reichlich wässern
- Bei Heckenpflanzungen Pflanzabstände je nach Art beachten (z.B. Kirschlorbeer 80–100 cm)
- Mulchschicht aus Rindenmulch auftragen, um Feuchtigkeit zu halten und Unkraut zu unterdrücken
Pflege: Schnitt und Düngen
Immergrüne Pflanzen sind im Allgemeinen pflegeleicht, benötigen aber regelmäßige Zuwendung, um gesund und formschön zu bleiben.
Schnitt
Der ideale Schnittzeitpunkt für die meisten immergrünen Gehölze ist das Frühjahr (nach dem letzten Frost) oder der Spätsommer (August). Buchsbaum kann bis zu dreimal im Jahr geschnitten werden. Kirschlorbeer sollte mit einer Schere und nicht mit der Heckenschere geschnitten werden, um Blattschäden zu vermeiden. Eiben vertragen sogar einen starken Rückschnitt und treiben zuverlässig neu aus. Vögelnistzeit beachten: Zwischen März und Ende Juli sollte kein starker Rückschnitt erfolgen.
Düngen
Im Frühjahr freuen sich immergrüne Pflanzen über eine Gabe Langzeitdünger oder gut verrotteten Kompost. Rhododendren und Ilex benötigen spezielle Rhododendron-Dünger, die auf saure Böden abgestimmt sind. Im Spätsommer sollte nicht mehr gedüngt werden, da die Pflanzen sonst zu spät im Jahr noch weich austreiben und der Frost dieses Gewebe schädigen kann.
Winterhärte immergrüner Pflanzen
Die meisten der genannten Arten sind gut winterhart und kommen mit typischen mitteleuropäischen Wintern zurecht. Dennoch gibt es Unterschiede: Während Eibe und einheimischer Ilex auch strenge Fröste unbeschadet überstehen, können empfindlichere Rhododendron-Sorten oder exotische Immergrüne bei Temperaturen unter minus 15 Grad Schaden nehmen. Besonders in den ersten Jahren nach der Pflanzung empfiehlt sich ein Winterschutz aus Vlies oder Tannenreisig, bis die Pflanzen vollständig eingewurzelt sind. Kübelpflanzen sind grundsätzlich frostempfindlicher und sollten an geschützten Orten oder in frostfreien Räumen überwintern.
Immergrüne Kletterpflanzen
Auch unter den Kletterpflanzen gibt es attraktive immergrüne Vertreter, die Zäune, Mauern und Pergolen das ganze Jahr über begrünen.
- Efeu (Hedera helix): Der Klassiker unter den immergrünen Kletterern. Robust, schattentolerant und in vielen Sorten erhältlich. Ideal für Mauern und als Bodendecker.
- Immergrüner Geißblatt (Lonicera henryi): Wächst schnell und bildet eine dichte Blattmasse. Trägt im Sommer gelb-rote Blüten und ist sehr winterhart.
- Kletterspindel (Euonymus fortunei): Niedrig wachsend oder als Kletterer an Wänden, sehr anpassungsfähig und pflegeleicht.
- Clematis armandii: Eine der wenigen immergrünen Clematis-Arten mit duftenden weißen Blüten im Frühjahr. Benötigt einen geschützten, sonnigen Standort.
Immergrüne Kübelbepflanzung
Immergrüne Pflanzen eignen sich hervorragend für die Kübelbepflanzung auf Terrassen, Balkonen oder an Hauseingängen. Buchsbaum-Kugeln, Eiben-Kegel oder formgeschnittene Ilex-Sträucher geben auch auf befestigten Flächen das ganze Jahr über Struktur. Wichtig bei der Kübelbepflanzung:
- Ausreichend große Kübel mit Abzugslöchern verwenden
- Hochwertige Kübelpflanzenerde verwenden, ggf. mit Drainage aus Blähton
- Regelmäßig wässern – Kübelpflanzen trocknen schneller aus als Gartenpflanzen
- Im Winter Kübel mit Vlies oder Jutesäcken schützen, um Frostschäden am Wurzelballen zu verhindern
- Im Frühjahr und Sommer regelmäßig mit Flüssigdünger versorgen
Häufige Fragen zu immergrünen Pflanzen
Welche immergrüne Pflanze eignet sich am besten als Sichtschutz?
Kirschlorbeer ist die beliebteste Wahl für schnell wachsende Sichtschutzhecken. Er wächst schnell, bildet dichte Wände und ist pflegeleicht. Wer es langsamer, aber langlebiger mag, greift zur Eibe.
Wann ist der beste Zeitpunkt, immergrüne Pflanzen zu pflanzen?
Der Herbst (September bis November) und das Frühjahr (März bis Mai) sind ideal. Im Sommer sollte man bei großer Hitze und Trockenheit auf die Pflanzung verzichten, da die Pflanzen dann unter Stress leiden.
Wie oft muss ich immergrüne Pflanzen gießen?
Im ersten Jahr nach der Pflanzung regelmäßig wässern, besonders in Trockenphasen. Etablierte Pflanzen kommen in der Regel mit natürlichem Regen aus, sollten aber in langen Trockenperioden zusätzlich Wasser bekommen. Im Winter kann an frostfreien Tagen gegossen werden, wenn der Boden trocken ist.
Sind immergrüne Pflanzen für schattige Standorte geeignet?
Ja, viele immergrüne Arten sind sehr schattenverträglich. Eibe, Mahonie, Efeu und Kirschlorbeer gedeihen auch im tiefen Schatten. Rhododendren bevorzugen lichten Schatten unter Bäumen.
Was tun, wenn immergrüne Blätter im Winter braun werden?
Braune Blätter im Winter können auf Frosttrocknis hinweisen: Die Pflanze verdunstet Wasser über die Blätter, kann aber bei gefrorenem Boden keine Feuchtigkeit nachliefern. Abhilfe: An frostfreien Tagen wässern und Pflanzen mit Vlies schützen. Im Frühjahr treiben die meisten Arten wieder frisch aus.
Kann ich immergrüne Pflanzen in Kübeln überwintern?
Ja, aber Kübelpflanzen brauchen mehr Schutz als Gartenpflanzen. Den Kübel an eine geschützte Hauswand stellen, mit Vlies oder Jutesäcken ummanteln und den Wurzelballen vor Bodenfrost schützen. An frostfreien Tagen weiterhin gießen.
Fazit
Immergrüne Pflanzen sind eine Bereicherung für jeden Garten. Sie bringen Struktur und Farbe ins Beet, dienen als zuverlässiger Sichtschutz und machen den Garten auch im Winter lebendig. Mit der richtigen Artenwahl, dem passenden Standort und etwas regelmäßiger Pflege bereiten immergrüne Gehölze viele Jahre Freude. Ob als formgeschnittene Hecke, natürlicher Solitär oder dekorative Kübelpflanze – für jeden Garten und jeden Geschmack gibt es die passende immergrüne Pflanze.

